8. – 29. März 2026

Jüdisches Leben in der Region

Zu den verschiedenen Veranstaltungen laden wir alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ganz herzlich ein. Über ein reges Interesse würden wir uns sehr freuen. Der Eintritt ist jeweils frei - mit Ausnahme der Filmvorführung “In den Seiten der Zeit - ich leb so gern” am Mittwochabend und des Konzertes mit der Gruppe Conjak am späten Sonntagnachmittag. Hier ein Überblick zu den einzelnen Veranstaltungen im Rahmen der Woche(n) der Brüderlichkeit 2026:

Sonntag, 8. März 2026, 17.00 Uhr (Haus Siekmann) - Eröffnungsveranstaltung
Eröffnungsvortrag von Gisbert Strotdrees, Münster: Jüdisches Landleben in der Region
Gisbert Strotdrees ist Journalist, Historiker und Buchautor. In seinen Veröffentlichungen beschäftigt er sich vorrangig mit der Alltagskultur, Agrar- und Sozialgeschichte Westfalens und Nordwest-deutschlands. 2024 ist sein Buch „Jüdisches Landleben. Vergessene Welten in Westfalen“ erschienen.
Verleihung der Bernhard-Kleinhans-Plakette
Laudatio: Franz-Ludwig Blömker, Wolfgang Janus
Musikalische Gestaltung mit Musik der Synagoge:
Andreas Klomfaß (Klarinette), Kevin Linnemann (Klavier), Matthias Sauerland (Bassetthorn)

Mittwoch, 11. März 2026, 19.00 Uhr (Haus Siekmann)
„In den Seiten der Zeit – ich leb so gern“
(Gegenwartsfilm, Deutschland 2025, 65 Minuten)
Gerda M. Meyer, eine junge Frau aus jüdischer Familie, (über)lebt im nationalsozialistischen Berlin – und sie hat Tagebuch geschrieben. Der Film zeigt die Auseinandersetzung Studierender mit der überlieferten Geschichte der Gerda Meyer. Entstanden ist eine audiovisuelle Arbeit, die das Leben der jungen Frau erfahrbar macht: ausgesetzt mörderischer Verfolgung, zugleich aber auch lebenslustig, kulturinteressiert und frisch verlobt.
Filmabend mit einer Einführung von Ulrike Cordier aus Ahlen (Großnichte von Gerda Meyer) und anschließendem Gespräch, moderiert von Monika Barwinska-Moll.
Eine Veranstaltung des Cinema Ahlen in Kooperation mit der VHS Ahlen-Drensteinfurt-Sendenhorst und dem Verein Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V.
Eintrittspreis: 6 Euro
Am Vormittag stellt Ulrike Cordier den Film im Rahmen eines schulischen Projektes vor.

Freitag, 13. März 2026, 18.00 Uhr (Haus Siekmann)
Mitgliederversammlung des Vereins Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V.
Wir blicken zurück auf die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahr und diskutieren über neue Projekte.
Mitglieder und Freunde sind herzlich eingeladen!

Freitag, 13. März 2026, 19.00 Uhr (Haus Siekmann)
Lesung mit Igal Avidan „…und es wurde Licht“ – Jüdisch-arabisches Zusammenleben in Israel
2023 – rechtzeitig zum 75. Jahrestag der Staatsgründung Israels, aber vor den Ereignissen des 7. Oktober – erschien das Buch des israelischen Journalisten und Autors Igal Avidan. Entgegen den üblichen Fernsehbildern erzählt es von einer israelischen Gesellschaft, in der Juden und Araber an vielen Stellen ein Zusammenleben gefunden haben, das den Vorstellungen von ewigem Hass (von Politikern auf beiden Seiten gern geschürt) nicht entspricht.
Das anschließende Gespräch moderieren Edelgard Baron-Krömer und Gerd Wilpert.
Am Vormittag findet bereits ein schulisches Projekt mit Igal Avidan statt.

Samstag, 14. März 2026, 18.00 Uhr (Pfarrkirche St. Martin)
Vernissage der Ausstellung „Jüdische Feste im Jahreskreis. Eine Annäherung mit Erzählfiguren“
Neben einer Einführung von Eva Maria Jansen und Gerd Wilpert wird die Veranstaltung von Edelgard Baron-Krömer (Klavier) und Matthias Sauerland (Klarinette) musikalisch begleitet.
Die gemeinsam mit der katholischen Kirchengemeinde konzipierte Ausstellung ist vom 15. bis 29. März 2026 täglich in der Zeit zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet (mit Einschränkungen während der Gottesdienstzeiten).

Sonntag, 15. März 2026, 17.00 Uhr (Haus Siekmann)
Konzert der Gruppe CONJAK
Bye bye! Salut! Masel Tov! Mit spielerischer Leichtigkeit und feinem Humor lockt CONJAK das geneigte Publikum auf eine furiose musikalische Reise, die der Route vieler jüdischer Flüchtlinge von Deutschland bis Amerika folgt – aber in umgekehrter Richtung und als Sinnbild für das Wiederaufleben jüdischer Kultur in Europa und die unverwüstliche Utopie von einem Miteinander ohne Hass und Angst.
Eine Veranstaltung des Fördervereins Haus Siekmann in Kooperation mit dem Verein Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V.
Eintrittspreis: 22 € (ermäßigt 18 €)
Online-Kartenbestellung: www.haussiekmann.de

Samstag, 21. März 2026, 15.00 – 16.30 Uhr, und
Sonntag, 22. März 2026, 14.00 – 15.30 Uhr
(Treffpunkt vor dem Rathaus in Sendenhorst)
Stätten jüdischen Lebens in Sendenhorst - ein Rundgang
Der etwa 90minütige Rundgang mit Gerd Wilpert erinnert an das jüdische Leben, das es einmal in Sendenhorst gab. Der Weg führt vom Rathaus zur Stelle der ehemaligen Synagoge, zu ehemaligen jüdischen Wohnhäusern und zum jüdischen Friedhof auf dem Rest des Stadtwalls.
Und wir erinnern an die acht in Sendenhorst geborenen Frauen und Männer, die Opfer des Holocaust wurden.

 

Sonntag, 15. März 2026, bis Sonntag, 29. März 2026 (Pfarrkirche St. Martin)
Gemeinsames Ausstellungsprojekt der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus und des Vereins Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V.

Zum Inhalt der Ausstellung
Der jüdische Festkalender beginnt im Herbst und umfasst biblische sowie historische Feiertage, die von Einkehr, Besinnung und wichtiger Erinnerung bis zu großer Freude reichen.
Die wichtigsten Feste sind in zeitlicher Reihenfolge Rosch HaSchana (Neujahr), Jom Kippur (Versöhnungstag), Sukkot (Laubhüttenfest), Simchat Tora (Freude an der Tora), Chanukka (Lichterfest), Purim (Rettung des Volkes durch Esther), Pessach (Auszug aus Ägypten) und Schawuot (Offenbarung am Sinai / Erntedank). Der Schabbat ist der wöchentliche Ruhe- und Feiertag.
Die „Heiligung eines Ortes“ spielt im Judentum theologisch kaum eine Rolle. In den Bedeutungen der jüdischen Feste wird klar, dass der Schwerpunkt jüdischer Spiritualität auf einer „Heiligung der Zeit“ liegt, d.h. in der Vergewisserung der gemeinsamen Geschichte mit Gott. Bei den meisten Festen ist daher auch nicht der Besuch der Synagoge entscheidend, sondern die Art des Feierns in der Familie mit den Erinnerungstraditionen.
Der jüdische Jahreskreis ist in zwölf Monaten nach dem Mondlauf festgelegt. Zum Ausgleich mit dem Sonnenjahr wird dann gelegentlich ein 13. Monat eingeschoben, so dass die einzelnen Feste immer ungefähr in die gleichen Jahreszeiten fallen.

Zur Arbeit mit Erzählfiguren
Gute Erzählungen erhalten ihre spannende Lebendigkeit nicht durch das, was sie erzählen, sondern durch das, was sie weglassen. „Leerstellen“ bieten Raum für eigene Assoziationen im Kopf des Zuschauenden, Zuhörenden oder Lesenden.
In unserer Ausstellung werden die Feste durch Figuren in Szene gesetzt, ermöglichen so dem Betrachtenden ein Eintauchen in eine bestimmte Situation und laden zum persönlichen Nachempfinden und möglicherweise zur Identifikation ein. Die Figuren selbst sprechen nicht, aber mit ihnen können Geschichten erzählt und Situationen dargestellt werden. Die fehlenden Gesichter halten dabei die Situation offen, laden zur Projektion von eigenen Emotionen und zum Wiedererkennen ganz persönlicher Themen ein.

Öffnungszeiten
Unsere Ausstellung ist von Sonntag, 15. März, bis Sonntag, 29. März, während folgender Zeiten geöffnet:
- sonntags von 9-11 Uhr und von 12-18 Uhr
- montags bis samstags von 9-18 Uhr
Der Eintritt ist frei. Ein barrierefreier Zugang ist über das Südportal möglich. Aufgrund von Gottesdiensten kann es zu zeitlichen Einschränkungen kommen.

Führungen
Während der Ausstellungzeit bieten wir dienstags und sonntags um 16 Uhr und donnerstags um 10 Uhr öffentliche Führungen ohne Anmeldung an.
Anfragen für gruppenbezogene Führungen richten Sie bitte an Eva Maria Jansen (evamariajansen(at)t-online.de). Gleiches gilt für interessierte Schulklassen. Die Gruppe sollte nicht mehr als 15 Personen umfassen. Größere Gruppen würden wir teilen.

Die Ausstellung mit der Musik der Synagoge
Zur Marktzeit in Sendenhorst können Sie die Ausstellung in einer besonderen Atmosphäre erleben. Anstatt der sonst dargebotenen Orgelmusik hören Sie freitags von 10-12 Uhr in der Kirche Gesänge aus der Synagoge, die bei besonderen jüdischen Festen eine wichtige Rolle spielen. Es sind historische Aufnahmen mit Kantor Hermann Herz (gest. 1984) der jüdischen Gemeinde in Aachen.